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Unser Projekt: Ein Dach für FahrräderFahrraddächer

Fahrradfahrer überwintern nicht mehr mit kaltem Hintern

In Hermannswerder galt lange Zeit: "Fahrradfahrer überwintern bei Dunkelheit mit kaltem Hintern." An der winterlichen Dunkelheit ist nichts zu ändern - allenfalls eine intakte Fahrradbeleuchtung würde zur Erhellung beitragen - aber für das allerwerteste Körperteil konnte etwas getan werden!

Es gibt schon Elftklässler, die mit dem Auto vorfahren, viele Schüler und Lehrer benutzen Bahn und Busse. Doch die meisten Schüler kommen mit dem Fahrrad zur Schule. Im Sommer sind das ungefähr 400 Schüler und Schülerinnen, und viele Lehrer. Doch selbst Kälte oder Glätte können einen harten Kern von etwa 150 Schülerinnen und Schülern nicht davon abbringen, das ganze Jahr hindurch zu radeln. Bis letztes Jahr standen die Fahrräder ausschließlich unter den Bäumen, frei, angelehnt oder in den diversen verstreuten Ständern. Die Räder waren so der Witterung ausgesetzt - vereist, und vor allem der Sattel nass - ein verbesserungswürdiger Zustand.

Die Schülerversammlung stellte fest, dass für die Schüler ein Dach für die Fahrräder ein besonders wichtiges Anliegen war. Der Wunsch wurde in die Schulhof-Gestaltungsgruppe getragen und dort gerne aufgegriffen - das war schon im Jahre 2006. Das Anliegen wurde auch in einem ersten Ansatz konkret angegangen. Eine Reihe von Fahrradständern, aufgereiht vor der Garagenzeile, überdacht auf ganzer Länge von 35 m von einem transparenten Dach. Die Kosten wurden über ein konkretes Angebot ermittelt: 28.000 €. Ein gewaltiger Brocken, kein schnelles Projekt, sondern eines, wofür man Ausdauer und Geduld benötigt. Der Förderverein beschloss, sich für die Realisierung des Projektes einzusetzen!

Das Konzept wurde schließlich aus verschiedenen Gründen geändert. Statt mit dem Vordach dafür zu sorgen, dass die für den Schulhof nicht gerade vorteilhaften und baulich simplen Garagen für immer festgeschrieben wären, wurde ein Konzept gewählt, bei dem in der letzten Ausbaustufe die Garagenzeile durch eine Reihe von einzelnen Fahrraddächern für jeweils etwa 20 Fahrräder ersetzt würde. Eine schönere Einfassung des Schulhofes - und Platz für 140 Fahrräder, also für fast alle Winterradler. Dieses Konzept wurde schließlich konkret angegangen.

FahrraddächerDas Projekt wurde öffentlich, der Förderverein begann Geld anzusparen und stellte jedes Jahr Mittel zurück. Ende 2007 wurde zu Spenden aufgerufen - mit sehr respektablem Erfolg. In der Folge kamen durch Spenden knapp 4000 € zusammen. Ein Sponsorenlauf im Jahre 2008 erbrachte 2650 €. Das war in der Summe zwar noch viel zu wenig, zu wenig auch, um zu beginnen, aber trotzdem ein bemerkenswerter Betrag, der Mut machte. Für eine leichte Stahlkonstruktion wurden Angebote eingeholt und Ernüchterung stellte sich ein. Denn selbst mit den wieder deutlich sinkendem Stahlpreis lagen die Angebote viel zu hoch, in der Summe deutlich über den angepeilten 28.000 €.

In dieser Phase war es nach außen ruhig um das Projekt. Ungeduldige Nachfragen kamen auf - auch Unmut machte sich Luft von Eltern, die das ganze Projekt mit Kopfschütteln begleiteten. Manchmal war das für uns Projektbegleitende nicht nachvollziehbar, denn ein so großes und teures Projekt ist nun einmal nicht so schnell umzusetzen. Das Durchhalten hat sich aber letztlich gelohnt! Der Traum konnte realisiert werden. Zum einen hat dazu beigetragen, dass wir von einer individuellen Konstruktion zu einem industriell gefertigten Produkt gewechselt sind. Diese Serienfertigung hat ein deutlich niedrigeres Preisniveau. Die Konstruktion ist zwar minimiert und formal simpler - aber sie erfüllt ihren Zweck. Einen ganz wesentlichen Beitrag leistete dann aber die Hoffbauer Stiftung, Herr Hohn und in der konkreten Umsetzung Frau Dieffenbacher. Die Kosten für den Abbruch der hinteren Garagen und das Überarbeiten der Bodenplatte wurden von der Hoffbauer Stiftung übernommen. Das Jubiläumsjahr im Blick war das die Initialzündung für die Realisierung. Die Kosten für drei Fahrradüberdachungen mit 60 Ständern wurden bereitgestellt, es konnte losgehen. Der Abbruch klappte schnell, doch dann kam die böse Überraschung - die alten Garagen hatten gar keine Bodenplatte, es war lediglich ein dünner Betonüberzug auf einer dann bröselnden Ziegelschicht. Die Stiftung reagierte schnell und konsequent und übernahm auch noch die Kosten für das Herstellen einer gepflasterten Grundfläche für die Fahrraddächer. Nach dem Sommer wurden die Fahrraddächer geliefert und es fand sich eine Gruppe zusammen, um sie aufzustellen und zu montieren. Besonderer Dank gilt an dieser Stelle Herrn Matthias Weber, der als Klempnermeister nicht nur seine Zeit und Maschinen einbrachte, sondern auch zwei seiner Mitarbeiter mit ihrem Können bereitstellte. Ohne seine Unterstützung hätten wir mehr oder weniger geübten 'Heimwerker' doch Probleme gehabt. Herr Kolck schraubte mit und zeitweise einige Schüler - ich lasse das mal so stehen als positiven Ansporn, dass die Unterstützung oder Eigeninitiative beim nächsten Mal noch übertroffen wird . . .

FahrraddächerDie Fahrraddächer wurden im November eingeweiht mit Sekt, Negerküssen und jeder Menge Gummibärchen in Z-Form, die die Firma Ziegler mitgeschickt hatte. Und sofort wurden die Dächer in Beschlag genommen. Den langen Winter mit viel Schnee haben die Überdachungen ohne Probleme überstanden. Im Mai wurde noch eine weitere Überdachung errichtet, es stehen dann immerhin schon 80 Fahrräder im Trockenen. Da für die Überdachungen auch Ständer bestellt wurden, stehen insgesamt auf dem Schulhof entsprechend mehr Ständer zur Verfügung. Das Echo in den letzten Monaten hat uns sehr gefreut - es war also ganz und gar kein sinnloses Unternehmen und gut, durchzuhalten. Der Wunsch der Schüler konnte erfüllt werden. Es gibt mehr Platz für Fahrräder und der Schulhof wird nicht mehr von den tristen Garagen eingefasst. Sollte irgendwann an anderer Stelle als Ersatz für die stehengebliebenen vier Garagen Platz geschaffen werden, könnten noch die letzten drei Überdachungen realisiert werden.

Vielen Dank an alle Helfer!Zu guter Letzt ein herzlicher Dank an alle Spender und an alle Mitwirkenden!

Weitere Informationen, Berichte und Bilder zum Projekt Fahrraddach:

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Der Jubiläumsalmanach bietet einen Überblick über 100 Jahre Geschichte gymnasialer Bildung auf Hermannswerder.
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Rundbrief 04/2010
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